Leopold von Sacher-Masoch
VENUS IM PELZ
Der Klassiker der weiblichen Dominanz und männlichen Unterwerfung, stilistisch
meiner Meinung nach um vieles besser als de Sade und schon gar nicht zu
vergleichen mit den normalen, erotischen Unterhaltungsromanen, sondern ein
erstklassiges literarisches Werk.
Am Anfang muß der Erzähler, ein submissiver Mann, seine Angebetete noch dazu
drängen, ihn als Sklaven zu behandeln und ihn leiden zu lassen. Er liebt es
besonders, wenn sie dabei im Pelz erscheint. Aber im Laufe der Zeit gewinnt sie
Gefallen an ihrer Rolle. Doch am Ende überspannt sie den Bogen und macht ihn
unglücklich. Sie will keinen Sklaven, sondern einen Mann, und behandelt ihn, der
ihr Sklave und Mann sein will, mit Verachtung. Das Ende und die Trennung kommen
in dem Moment, als sie ihn ihrem neuen, ihr gegenüber dominanten und daher für
sie interessanteren Liebhaber ausliefert. Ein Happy End gibt es nicht, sondern
der eigentlich submissive Mann kehrt nun im Umgang mit Frauen die Rollen um,
damit ihm das Erlebte nicht noch einmal geschieht. (Rezensiert von Susanne)
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