Pauline Reage
DIE GESCHICHTE DER O
Zum Buch: Neben den Werken von de Sade und Sacher-Masoch sicher einer der
Klassiker der
SM-Literatur. Eine devote Beziehung einer Frau zu einem Mann. Eine echte
24/7-Beziehung. Irgendwie sogar noch weit darüber hinaus gehend. Zur Geschichte
selber will ich hier gar nichts schreiben. Viele kennen den Titel, etliche von
euch haben sicherlich den Film gesehen.
Tipp: Wenn sich wer das Buch kauft, sollte es eine Ausgabe sein, die das
Interview mit der Autorin enthält. Etwa "Die O hat mir erzählt", zu beziehen u.a. über den
Charon Verlag in Hamburg. Das Interview ist recht hilfreich
zum Verständnis einiger Fragen, die nach der Lektüre meistens auftauchen.
Zu den Verfilmungen: Recht bekannt ist die Verfilmung von Just
Jaeckin von etwa 1974 / 1975. Mit Corinne Clery und Udo Kier. Leider kommen gerade die "Bilder",
die Szenen, die uns als SM-Fans ansprechen
würden, recht kurz. Bei genauem Hinsehen gewinnt man den Eindruck, dass
ursprünglich mehr in dem Film enthalten war. Dann wurde er offensichtlich mit
der Schere "entschärft". Leider hat man dabei auch gelegentlich die
Zusammenhänge zerschnitten. Einige
Szenen stiften Verwirrung, die nicht hätte sein müssen.
Anders die nicht ganz so bekannte Neuverfilmung aus den Neunzigern: Sechs
Teile, auf Video oder auf DVD. Das macht das Vergnügen für das Heimkino schon mal recht
aufwendig – und vor allem teuer. Opulent verfilmt, anregende Szenen nicht
unterschlagen. Aber bei der Länge des Gesamtwerkes hätte ich mir hier manches
mal den rigorosen Einsatz der Schneideschere gewünscht.
Ehrlich: Diese Verfilmung als Gesamtwerk – anders macht es nicht viel
Sinn – habe
ich mir nur ein mal angetan. Und dabei war die Taste für den schnellen Vorlauf
eine segensreiche Hilfe.
Mein Fazit: das Buch gehört zur Pflichtlektüre,
die Filme kann man sich antun – muss aber nicht.
(Rezensiert von Wofka)
Zurück zur Übersicht
|